Befreit, aber nicht in Freiheit – Wege zurück ins Leben

Seminar in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft niedersächsischer Gedenkstätten und Initiativen zur Erinnerung an die NS-Verbrechen

„5. April [1945], Donnerstag. Ich bin frei! Alle freuen sich […] Eine regelrechte Explosion der Freude bricht aus allen Herzen. Man sieht rührende Szenen: sie umarmen sich, sie tauschen Glückwünsche für einander und für ihre Familien aus.“

Diese Tagebuchnotiz des italienischen Militärinternierten Tommaso A. Melisurgo am Tag seiner Befreiung im Kriegsgefangenenlager Groß Hesepe dürfte die Euphorie derjenigen ausdrücken, die 1945 aus Kriegsgefangenschaft, Zwangsarbeit, Lagern oder Gefängnissen befreit wurden. Menschen in ganz Europa erlebten so oder ähnlich das lange herbeigesehnte Kriegsende und mit ihm das Ende der Besatzungszeit oder in Deutschland das Ende der Nazidiktatur. Vielfach währte die Euphorie jedoch nur kurz.

Im Mittelpunkt dieses Seminars steht eine Beschäftigung mit Lebenswegen und Schicksalen von Befreiten in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Befreite Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter mussten oft noch Monate als Ex-POWs oder DPs in Deutschland bleiben, bevor sie repatriiert wurden. Viele Osteuropäer erlebten nach ihrer Rückkehr in eine zerstörte Heimat wieder Verfolgung oder Ausgrenzung. Deutschen Überlebenden von Lagern und Haftstätten wurde nach ihrer Heimkehr nicht selten argwöhnisch begegnet. Manche wurden weiterhin ausgegrenzt, andere kämpften gegen viele Widerstände um ihre Rehabilitation und Anerkennung als NS-Verfolgte, noch mehr aber schwiegen über ihr Schicksal – auch in der Familie.

Diese Veranstaltung wird aus Mitteln der Bundeszentrale für Politische Bildung gefördert.

F02-Uebersicht

Leitung:
Dr. Ulf Kemper,
Dr. Thomas Südbeck

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Referenten:
Kurt Buck, Aktionskomitee DIZ Emslandlager e. V., Referententeam

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Beginn:
Fr., 10.02.2017, 17.00 Uhr

Ende:
So., 12.02.2017, 13.30 Uhr

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Gebühr:
85,00 Euro (einschließlich Unterkunft und Verpflegung)

F02-Buchung