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Die Geschichte Papenburgs

Ursprünglich wurde die Papenburg einst im Namen des Bischofs von Münster erbaut. Im Laufe der Zeit wechselte sie ihren Besitzer häufiger.

Im Jahre 1630 erwarb Dietrich von Velen die Papenburg mitsamt den dazu gehörigen Rechten an den bischöflichen Drosten des Emslandes und Ländereien. Das einzige was Dietrich von Velen an der Papenburg jedoch wirklich interessierte, war das Moor in unmittelbarer Umgebung. Er hatte die Absicht, auf seinem Land eine Fehnkolonie nach niederländischem Vorbild zu gründen.

Torf entwickelte sich zu beginn des 17. Jahrhunderts in Deutschland zu einem beliebten Brennmaterial, da Holz durch übermäßiges Roden besonders im Norden immer seltener und teurer geworden war. Und Torf existierte in der Umgebung der Papenburg in großen Mengen.

Außerdem hatte Dietrich von Velen noch ein anderes Ziel, das er verwirklichen wollte: Die freie Schifffahrt auf der Ems.

Er konnte seine Projekte jedoch erst nach dem 30 jährigen Krieg in die Tat umsetzen, da er vor den schwedischen Truppen fliehen musste und erst 5 Jahre später seinen Besitz durch ein Lösegeld zurück kaufen konnte.

Von Velen konnte den Bischof davon überzeugen, seinen Sohn als Nachfolger zu akzeptieren. Es wurden ihm auch die Rechte einer “freien Herrlichkeit“ gewährt, d. h., dass seine Untertanen keine Abgaben mehr an den Bischof von Münster zahlen mussten.

Nachdem sein Sohn die Papenburg geerbt hatte, sah sich dieser nun gezwungen, einen großen Schuldenberg zu tilgen. Mit Hilfe eines “Werbeplakates“ von 1661, das viele Vergünstigungen und Abgabenfreiheiten versprach, gelang es ihm, eine größere Anzahl von Siedlern für Papenburg zu gewinnen.

Obwohl es ein sehr hartes Leben war, zogen immer mehr Menschen aus Mangel an wirklichen Alternativen in die Fehnkolonie.

Trotz der bitteren Armut war man hier wenigstens in Grenzen ein “freier“ Mensch.

Durch Brandrodung gewann man dem Moor kleine Ackerflächen ab, um Buchweizen anbauen zu können. Wegen den feuchten, kurzen Sommern kamen andere Getreidearten nicht zur Reife.

Das Hauptziel der Fehnkultur bestand darin, nach dem Anbau des Torfes Ackerbau zu betreiben. Schon bald zeigte sich, dass die Kolonie Erfolg hatte.

Die Ems war in der Nähe, Torf war genug vorhanden und die Kanäle waren breit und tief. Aufgrund dieser günstigen Umstände konnte Papenburg immer mehr Zuwanderer verzeichnen.

Um 1700 konnten sich einige Siedler schon Torfschiffe kaufen und ihren Transport somit selbst übernehmen. Danach begann man, sich seine Schiffe selbst zu bauen. Es waren zwar nur einfache “Torfmutten“, aber immerhin ein Anfang.

Nach der Papenburger Revolution im Jahre 1727, der Einverleibung des Emslandes in das französische Kaiserreich durch Napoleon 1810, dem Wiener Kongress 1815 und mehreren Jahrzehnten erbitterter Verhandlungen, kauften die Papenburger 1853 ihrem Herren Johann Ignaz von Landsberg- Velen alle Rechte und Besitzungen in der Fehnkolonie ab.

Von diesem Zeitpunkt an nahmen die Papenburger ihr Schicksal selbst in die Hand.

Papenburg entwickelte sich ab dem 19 Jahrhundert zu einem Handelsplatz vor allem für den Holzhandel mit Skandinavien.

Der weit landeinwärts gelegene Seehafen garantierte einen billigeren Weitertransport als die ostfriesischen Häfen. Ein Teil des importierten Holzes ging auf Binnenschiffen über die Ems oder auf dem Landweg nach Westfalen.

Es wurde aber auch viel Holz in Papenburg verarbeitet, z. B. beim Schiffbau, der in der Mitte des 19 Jahrhunderts seine Blütezeit hatte.

Der Abstieg begann mit dem Dampfzeitalter Ende 1860, da die Papenburger Werften den Anschluss zur neuen Technologie verpassten. 1865 gab es noch 14 Holzschiffswerften, 1903 musste die Letzte schließen.

1872 gründeten die Ingenieure Meyer & Barth eine Maschinenfabrik, Gießerei und Eisenschiffswerft: Die heutige Meyer Werft, deren Schiffe weltweit ausgeliefert werden.

Heute ist Papenburg eine Kleinstadt mit ca. 35.000 Einwohnern, die den südlichsten Seehafen Deutschlands darstellt und darüber hinaus über die Wasserstraße Ems an das deutsche und niederländische Binnenwasserstraßennetz angeschlossen ist. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Blumen- und Gemüseanbau mit 600.000 qm unter Glas und einer Großvermarktung.

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