Wider das Vergessen – Begegnungen mit Menschen und Orten

Seminar in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft niedersächsischer Gedenkstätten

Im Fokus der öffentlichen Wahrnehmungen von und Erinnerungen an nationalsozialistische Verbrechen und deren Opfer standen bis in die 1980er Jahre häufig nur einzelne Opfergruppen und wenige Tatorte. Auf dem Gebiet des heutigen Landes Niedersachsen galt der Name Bergen-Belsen als Symbol für die Verbrechen der NS-Zeit; die dortige Gedenkstätte wurde bis Anfang der 1990er Jahre als zentrale und damit einzige Gedenkstätte für alle Lager in diesem Bundesland gesehen und durch das Land gefördert.

Daneben entstanden aber überwiegend durch bürgerschaftliches Engagement und oft mit Unterstützung ehemaliger Häftlinge an zahlreichen Orten sich häufig in privater Trägerschaft befindende Gedenkstätten. Mit ihnen rückten nicht nur vorher weitgehend unbekannte Tatorte in das Blickfeld der überregionalen Öffentlichkeit. Durch die Präsenz von Überlebenden bei Gedenkfeiern und ihre Einbeziehung in die Gedenkstättenarbeit als wichtigste Zeitzeugen kamen Schicksale ans Licht, die weniger bekannte Facetten des Ausmaßes von Unterdrückung, Ausgrenzung, Entwürdigung, Verfolgung, Inhaftierung und Ermordung von Menschen aus ganz Europa erkennbar werden lassen.

Im Mittelpunkt des Seminars stehen Begegnungen mit Schicksalen von Menschen, die jahrzehntelang zu den weniger im Fokus eines öffentlichen Gedenkens stehenden Opfergruppen gehörten. Erst ihre Hinterlassenschaften, sei es in Form von mündlichen Erzählungen, von schriftlichen Erinnerungsberichten, Dokumenten oder Briefen, lassen Ausmaße des damaligen Terrors und der Zwangsmaßnahmen erahnen. Sie begegneten sich, auf Transporten und schließlich in Lagern oder in anderen Haftstätten, wie es sie an Hunderten Orten auch in Niedersachsen gab.

Mit der Vorstellung von Einzelschicksalen werden gleichzeitig unterschiedliche Tatorte benannt, an denen sich heute Gedenkstätten befinden oder Initiativen die Erinnerung an Geschehenes wachhalten.

F02-Uebersicht

Leitung:
Dr. Thomas Südbeck

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Referenten:
Kurt Buck, Aktionskomitee DIZ
Referententeam

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Beginn:
Fr., 07.02.2020, 17.00 Uhr

Ende:
So., 09.02.2020, 13.30 Uhr

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Gebühr:
85,00 Euro (einschließlich Unterkunft und Verpflegung)

F02-Buchung