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Schuler am Messgerat

 

 

 

Klimamanager - Ausbildung

Anfahrt zur Schule, Papier- und Materialverbrauch und das Essen in der Schulmensa – vielfältige Faktoren haben Auswirkungen auf die Umwelt und damit auch auf das „Schulklima“.

Wie beeinflusst die Schule das Klima? Wie ist der Stand beim Klimaschutz in der Schule und wie könnt ihr als Schüler/innen eine klimafreundliche Schule gestalten? In unserem 5-tägigen Klimamanager-Projekt könnt ihr den nachhaltigen Umgang mit der Erde als eine attraktive und spannende Herausforderung erfahren und Chancen und Möglichkeiten zur Gestaltung einer klimafreundlichen Schule praktisch kennenlernen.

Aufbau der Ausbildung

Das Klimamanager-Projekt wird in drei aufeinander folgenden Projektbausteinen durchgeführt:

I. Baustein

In dem 3-tägigen Seminar setzen sich die Teilnehmer/innen mit dem Klimawandel, ihrem eigenen Umweltverhalten und ihrer Aufgabe als Klimamanager sowie mit der konzeptionellen und technischen Umsetzung des Klimachecks in ihrer Schule auseinander. Gemeinsam wird mit den anderen Teilnehmern der Klimacheck des II. Bausteins geplant, durch den Erwerb interdisziplinäre Erkenntnisse in Geografie, Biologie und Ökonomie, können in den Schulen entsprechende Maßnahmen einer nachhaltigen Entwicklung umgesetzt werden.

II. Baustein

Der zweite Baustein umfasst den Zeitraum zwischen den beiden Bausteinen und beträgt mindestens vier Wochen. In dieser Zeit führen die Schüler/innen eigenständig und ggf. unter Begleitung der Bildungsreferent/innen der HÖB und der Fachlehrer/innen den Klimacheck in ihrer jeweiligen Schule durch. Hierbei treten die Schüler/innen in Kontakt mit anderen Beteiligten des Schulbetriebs, die sie motivieren, aktiv zu werden und am Klimacheck dabei zu sein.

III. Baustein

In dem dritten und letzten Baustein werden wesentliche Ergebnisse des Klimachecks ausgewertet und konkrete Klimaschutzmaßnahmen für die jeweiligen Schulen entwickelt. Diese werden abschließend in einem Abschlussworkshop bzw. -präsentation der Schulöffentlichkeit vorgestellt. Hierbei spielen auch mögliche Zielkonflikte zwischen den gewünschten Maßnahmen und der ökonomischen Realität an der Schule eine Rolle.

Die Bausteine bestehen aus Präsentationen, Gruppenarbeiten und viel praktischem Ausprobieren von Messgeräten (Strom- und CO2-Messgerät, Luxmeter und (Infrarot-)Thermometer, Wasserdurchflussmesser) mit denen verschiedene Aspekte des Energieverbrauchs an der Schule ermittelt werden können.

Ziele der Ausbildung

Das Projekt verfolgt verschiedene Ziele der Gestaltungskompetenz, als da wären: Die Teilnehmer/innen (TN)  erwerben Wissen zum Klimawandel – sie erkennen die Ursachen, Folgen sowie die ökologischen, ökonomischen, sozialen und politischen Zusammenhänge. Durch diese Kompetenz bauen sie weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen auf. Die TN entwickeln ein ökologisches Bewusstsein und eine ökologische Sensibilität – sie reflektieren ihr eigenes Umweltverhalten und erarbeiten eine für sie bedeutsame klimaschonende Verhaltens- und Lebensweise. Sie erwerben somit die Kompetenz ihre eigenen Leitbilder zu überdenken und die anderer zu reflektieren. Die TN analysieren das „Schulklima“ – sie erfassen die wichtigsten vom Schulbetrieb verursachten Umweltauswirkungen und erarbeiten konkrete Vorschläge für Klimaschutzprojekte / -maßnahmen. Die TN erkennen die Chancen und Herausforderungen für die Mitbestimmung und Mitgestaltung einer klimafreundlichen Schule – sie lernen an Entscheidungsprozessen zu partizipieren. Die TN lernen ihre Interessen in der (Schul-)Öffentlichkeit zu vertreten und überzeugend zu präsentieren.

Durch das Klimamanager-Projekt wurden den TN neue Erfahrungs- und Handlungsfelder eröffnet, die ihnen ermöglichten, in ihrem Lebensraum Schule demokratische Handlungskompetenzen zu erwerben. Sie haben gelernt, dass Mitbestimmung und Teilhabe gelingt, wenn sie über notwendiges (Fach-)Wissen verfügen, sich ein Urteil und eine Meinung bilden und diese im Dialog und in der Diskussion mit anderen zu vertreten. Sie haben ebenfalls gelernt, Verantwortung zu übernehmen und in der Zusammenarbeit mit anderen selbstbestimmend ihre Ziele durchzusetzen.

Die Schüler/innen haben in vielen Bereichen konkrete Ergebnisse erreicht zum Beispiel bei der Reduktion von Energieverbrauch von Elektrotafeln und Laptops, durch Wasserdurchlaufbegrenzer und der Begrünung des Schulhofes (Baumpflanzaktionen). Die Schulöffentlichkeit wurde mit einem selbstgedrehten Film über verschiedene einfache und von jedem selbst umzusetzende Energiespartipps informiert. Es wurde nicht nur die Schule sondern auch eine breite Öffentlichkeit durch Presseberichte erreicht. Durch die Partizipation der Schüler/innen an der Gestaltung einer klimafreundlichen Schule werden auch andere Gruppen außerhalb der Schule motiviert für eine nachhaltige Entwicklung aktiv zu werden.

Bildung für nachhaltige Entwicklung als Grundlage der Klimamanager-Ausbildung

Zur Verwirklichung nachhaltiger Entwicklungsprozesse wurde das Konzept der Gestaltungskompetenz ausformuliert.

Komponenten einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, die gestaltungskompetentes Entscheiden und Handeln ausmachen, sind in der Klimamanager-Ausbildung:

• Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen

• Vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen können

Dies erfolgt durch den Klimacheck in der jeweiligen Schule.

• Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln

Für den Klimacheck ist Wissen aus den Bereichen Politik, Geografie und Biologie essentiell. Dies wird im Rahmen der Klimamanager-Ausbildung vermittelt und ausgebaut.

• Risiken, Gefahren und Unsicherheiten erkennen und abwägen können

Die Risiken und Gefahren des Klimawandels zu erkennen und die Folgen abwägen zu können ist ebenfalls Thema im Rahmen der Ausbildung. Durch Expertengespräche wird dieser Prozess unterstützt.

• Gemeinsam mit anderen planen und handeln können

Gemeinsam zu planen bildet die Grundlage des Klimachecks an den Schulen. Die Schüler/innen müssen zusammen im Team Aufgaben und Messgeräte aufteilen. Auch die Umsetzung der gewonnen Erkenntnisse erfolgt gemeinschaftlich mit anderen Akteuren der Schule.

• Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien berücksichtigen können

Die Schüler/innen müssen bei ihren geplanten Maßnahmen natürlich neben Idealvorstellungen auch beispielsweise ökonomische Realitäten der Schule im Auge behalten. Darin werden sie unterstützt von ihrer Schule und der HÖB.

• An kollektiven Entscheidungsprozessen teilhaben können

Durch die Maßnahmenvorschläge  in der Präsentation der Ergebnisse des Klimachecks stärken die Schüler/innen ihre Position und  partizipieren an der nachhaltigen Entwicklung ihrer Schule.

• Sich und andere motivieren können, aktiv zu werden

Bildet die Grundlage des Klimachecks. Ohne eigenständige Motivation bzw. das „Mitziehen“ anderer Beteiligter können keine Ergebnisse erzielt werden.

• Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können

Am Anfang der Ausbildung gilt es die Grundlagen des Klimawandels zu erfassen, sowie die eigenen Handlungsmaßstäbe zu beleuchten und zu hinterfragen.

• Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage nutzen können

Das Thema fairer Handel zum Beispiel beim Kaffee in der Schulmensa oder bei der Schokolade im Schulkiosk wird ebenfalls in der Klimamanager-Ausbildung diskutiert.

• Selbstständig planen und handeln können

Dies ist vor allem bei den Klimachecks an den Schulen gefragt. Die Schüler/innen haben 4 Wochen Zeit alle Daten zu erfassen, Beteiligte zu interviewen und Maßnahmen zu erarbeiten.

• Empathie für andere zeigen können

Wichtig ist, dass die Schüler/innen nicht im luftleeren Raum agieren, sondern stets mit anderen am Schulbetrieb Beteiligten in Kontakt treten. Empathie Fähigkeit spielt hier eine wichtige Rolle.

Teilnahme

An dem Klimamanager-Projekt können Schüler/innen der Klassen 7 – 10 aller allgemeinbildenden Schulen, wie Gymnasien, Haupt- und Realschulen, Gesamtschulen und Oberschulen teilnehmen. Der nächste Durchgang der Klima-Manager-Ausbildung ist für den Herbst 2017 geplant.

Ihre Ansprechpartnerin / Ihr Ansprechpartner

Dr. Kerstin Haucke

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Dr. Ulf Kemper

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Telefon 0 49 61 / 97 88 - 0

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