Pflege bedeutet Verantwortung – besonders dort, wo Menschen ausgegrenzt werden. Das Projekt verbindet historische Erinnerung mit Fragen moderner Pflegeethik.
Ab 1933 richteten die Nationalsozialisten im Emsland 15 Konzentrations-, Strafgefangenen- und Kriegsgefangenenlager ein. Tausende Menschen wurden dort bis 1945 aus politischen, religiösen oder ideologischen Gründen inhaftiert. Die Häftlinge und Gefangenen mussten schwere Arbeit leis-ten, litten unter Gewalt, Hunger und schlechten hygienischen Bedingungen. Viele überlebten die Haft nicht.
Auch medizinische Versorgung und Pflege waren von der nationalsozialistischen Ideologie geprägt. Menschen sollten nicht gleich behandelt werden. Stattdessen sollten Pflegende nach rassistischen und menschenverachtenden Vorstellungen darüber entscheiden, wer Hilfe bekam und wer nicht.
Gemeinsam mit dem DIZ Emslandlager und der Pflegeakademie St. Anna setzen sich rund 90 Pflege-schüler*innen mit historischen Quellen auseinander. Dazu gehören Briefe, Erinnerungsberichte, In-terviews, Kranken- und Haftakten und weitere Dokumente. Die Teilnehmenden fragen, wie Gefange-ne Krankheit, Verletzung, Fürsorge und Ausgrenzung erlebt haben.
Im Mittelpunkt steht die Verbindung von historischem Lernen und berufsethischer Reflexion: Wem steht Pflege zu? Wie handeln Pflegende unter Druck? Welche Verantwortung tragen sie gegenüber Menschen, die ausgegrenzt oder abgewertet werden? Das Projekt zeigt, warum Fragen von Men-schenwürde, Ausgrenzung und Verantwortung auch heute für Pflegeberufe zentral sind. In Work-shops, Seminaren und kreativen Arbeitsphasen entwickeln die Teilnehmenden eigene Fragen, Per-spektiven und Präsentationsformen. Die Ergebnisse des Projekts werden am Ende öffentlich präsen-tiert und laden zur Auseinandersetzung mit Erinnerung, Verantwortung und Pflege heute ein.
Gefördert von der Stiftung EVZ und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Programms JUGEND erinnert vor Ort & engagiert.

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